Wandern über Franz-Josef-Glacier

Entgegen dem Wetterbericht, war es früh nur leicht bewölkt und die Sonne blinzelte ein wenig durch die Wolken. Also fast ideal Bedingungen um durch den Franz-Josef-Glacier zu wandern.

Um 08:00 waren wir am Shop von Franz-Josef-Glacier-Guides zum Start verabredet. Überraschenderweise ist die Temperatur nur 5°C kälter, als hier im Ort. Wir waren also definitiv zu dick angezogen. Zudem wurden wir hier in Sexy-Einheitskleidung verpackt, die aus einer Regen- Jacke und Hose bestand und ca. 2kg schweren Boots. Dazu gab es noch eine kleine rote Umhängetasche die für ein paar Utensilien reichte, da der meiste Platz durch die Hikes eingenommen wurde.

Unser Guide nahm die 9-köpifge Truppe ins Schlepptau und es ging zum Heli-Shop. Zur Freude der Mädels, dürften wir alle nacheinander auf die Waage. Die, mit dem Gepäck, einige erschreckende Zahlen zu bieten hatte. Von hier ging es weiter zum Heliport und nach einer kurzen Sicherheitseinweisung am in den Heli. Ich hatte das Glück auf dem Hinflug direkt vorne sitzen zu dürfen und konnte so einige Super Bilder vom Anflug auf den Gletscher machen.

Der Landeplatz lag am Fuße des Gletschers. Hier schnürten wir uns zunächst unsere Spikes unter die Boots und danach ging es ab ins Eis. Da wir die erste Tour an diesem Tag waren, hatte unser Guide ganz schön zu ackern. Zunächst musste er die Strecke für die zu erwartenden Touristenströme präparieren. Dazu hackte er mit seiner Axt Treppen ins Eis und entschärfte Kanten, etc. Außerdem informierte er regelmäßig die Bodenstation über Veränderungen zum Vortag am Gletscher.

Wir waren schon ziemlich beeindruckt vom Gletscher und dessen Ausmaßen. Dennoch war das Verschwinden des Gletschers deutlich zu sehen. Bis 2008 gab es noch komplette Fußtouren zum Gletscher, die sind dann aber eingestellt worden, weil der Weg bis zum Gletschereis zu weit geworden ist. Daher gibt es mittlerweile nur noch die Heli Touren um ins Eis zu gelangen. Der Gletscher ist seit 2008 um 120M niedriger geworden. Eine unvorstellbare Menge Eis die verschwunden ist.

Foto im Franz-Josef-Glacier Neuseeland
Foto im Franz-Josef-Glacier Neuseeland

Die Wanderung selbst war schon beeindruckend und die Schneemassen und überall das abfließende Wasser unbeschreiblich. Es ging bis kurz vor die Abbruchkante hinauf. Hier rutschten wir nacheinander durch eine Höhle aus Eis und es ging wieder zurück zum Landeplatz. Auf dem Weg waren einige Guides zu sehen, die dabei waren die Strecke zu präparieren und den Gletscher auf Gefahrenstellen zu untersuchen. Wir folgten unserem Guide im Entenmarsch, während er neben zahlreichen Informationen, immer wieder mit Eishacken beschäftigt war. Außerdem hatte sich hier hoch ein Kea verirrt und der war damit beschäftigt die Guides zu Nerven, in dem er versuchte in deren Gepäck nach Schmackhaften zu suchen 😉

Eine der coolsten Stellen war die Wanderung durch eine Eisspalte, die so ca. 10M hoch war. Von der Breite max. 1M. Hier gingen wir auf einer Länge von ca. 60M durch und konnten das tiefblaue Eis bestaunen. Natürlich eignete sich die Spalte super für coole Fotomotive 😉

Während unsere Eiswanderung war das Arbeiten des Gletschers zu sehen und zu hören. Zum einen hörten wir etwas entfernt wie Eis brach. Am Fuße der Gletscherkante sahen wir eine Gerölllawine lang rauschen. Immerhin bewegt sich der Gletscher mit 4M pro Tag recht ins Tal vorwärts.

Wir erreichten ein wenig Später den Heli-Landeplatz und bereiteten uns leider auf den Abflug vor. Solange es noch möglich ist, Gletscher zu bewandern, sollte die Möglichkeit genutzt werden. Sicherlich ein unvergesslich, geniales Erlebnis.

Wir vier in der Franz-Joesf-Gletscherspalte
Wir vier in der Franz-Joesf-Gletscherspalte

Der Nachmittag zu Abwechslung sehr entspannend. Nachdem wir wieder im Dorf waren, gönnten wir uns Mal eine Lunch Pause. Danach ging es in die Hot Pools, die im Preis der Gletschertour enthalten waren. Hier konnten wir in 3 Becken, mit jeweils 36°C, 38°C und 40°C einfach mal abhängen und entspannen.

Anschließend folgte noch eine Kaffeepause mit zahlreichen Kuchensorten die allesamt sehr Süß und mächtig waren;-)

Auf dem Rückweg zum Hostel noch ein kleiner Abstecher zum Supermarkt und Wein kaufen. Hier wurde Thomas total glücklich gemacht, die Kassiererin fragte ihn tatsächlich nach seinem Alter und wollte seinen Ausweis sehen. Im Nachhinein war ihr das sichtlich peinlich, Thomas grinste dafür wie ein Honigkuchenpferd 🙂

Den Abend verbrachten wir im Hostel und schauten zur Abwechslung mal einen Film.

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